Das Rieck Haus
Vierländer Freilichtmuseum
Hinter dem Deich im Dorf Curslack in den Vierlanden bei Hamburg liegt in seiner ursprünglichen Lage das Rieck Haus aus dem 16. Jahrhundert. Es ist eines der ältesten erhaltenen Hufnerhäuser der Vierlande und gehört zu den ältesten profanen Bauten Hamburgs. Das Rieck Haus wurde 1949 restauriert und 1954 dem Altonaer Museum als Außenstelle übergeben. Im selben Jahr wurde das Rieck Haus als Freilichtmuseum eröffnet.

Die Hofanlage entspricht ungefähr der ursprünglichen Zusammenstellung und gibt somit einen anschaulichen Eindruck der alten bäuerlichen Kultur in den Vierlanden. Sie besteht aus einem niederdeutschen Fachhallenhaus, einer Feldentwässerungsmühle, einem Sechsruten-Haubarg zum Aufbewahren der Ernte und einem Backhaus. Der Bauerngarten ist Zierde des Anwesens und verweist auf den traditionellen Blumenanbau für den Hamburger Markt.

Das Rieck Haus ist ein typisches Beispiel für die Verbindung von Wohnen und Arbeiten im Bauernhaus und für das Zusammenleben von Menschen und Tieren unter einem Dach. Die wichtigsten Räume des Hauses sind die Diele und das Flett mit den dahinter liegenden Stuben als Koch- und Wohnbereich. In den Abseiten der Diele, den kleinen Seitenschiffen, stand das Vieh, so dass es von der Diele aus gefüttert werden konnte. Auf dem Flett befanden sich zwei Herde, von denen der eine von der wirtschaftenden Bäuerin benutzt wurde und der zweite, kleinere vom mit in diesem Haus wohnenden Altenteiler. In gleicher Weise waren die an das Flett anschließenden Stuben zugeordnet: die größere gehörte der den Hof bewirtschaftenden Bauernfamilie und die kleinere, bescheidene Stube war für den Altenteiler vorgesehen.
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Auf dem Rieck Hof wurde vor allem Weizen angebaut, Schlachtvieh für den Bergedorfer Markt gezüchtet und Garten-, Obst- und Beerenzucht betrieben. Im Sommer wurde um 3 Uhr nachts aufgestanden. Der Bauer, seine Söhne, die vier Knechte und ein Tagelöhner gingen zur Arbeit aufs Feld. Dorthin brachten ihnen die Frauen das Frühstück. Nach einer Mittagspause von 11 bis 15 Uhr wurde die Arbeit bis in den Abend fortgesetzt. Im Winter reinigten die Männer Gräben, holzten Erlen und Weiden ab, flochten Körbe und schnitten Reet für die Dächer und für die Abdeckmatten. Dazu kam als Winterarbeit das Füttern und Tränken des Viehs und das Ausmisten der Ställe. Die Frauen und Mädchen setzten sich in der Winterzeit jeden Abend für drei Stunden zusammen, um Handarbeiten wie Spinnen, Flechten und das Ausbessern der Kleider zu erledigen. Dazu wurden Lieder gesungen und Geschichten erzählt.
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