Geschichte

Altonaer Museum früher


1863 entstand aus einer privaten Initiative Altonaer Bürger heraus das erste „Öffentliche Museum“ in Altona. Zunächst an der Prachtstraße Palmaille in einem kleinen Haus gelegen, wurde es in folgender Zeit von der damals freien und selbständigen Stadt Altona übernommen. Altona gehörte mit den Herzogtümern Holstein, Schleswig und Lauenburg noch zum dänischen Staatsverband und war mit ca. 50.000 Einwohnern die größte Stadt im dänischen Gesamtstaat nach Kopenhagen.

Um 1900 errichtete die Stadt am heutigen Standort in der Museumstraße einen aufwendigen Museumsneubau, ein prächtiges Gebäude im Stil „nordischer Renaissance“, und 1901 wurde das nun so genannte Altonaer Museum eröffnet. Unter der Leitung des ersten hauptamtlichen Museumsdirektors Otto Lehmann (1899-1931) vermittelte das Museum als „Volksbildungsstätte“ mit universalistischem Ansatz, naturkundliche, historische, kulturgeschichtliche und volkskundliche Aspekte des norddeutschen Raumes. Ein spezielles Augenmerk der Lehmannschen Konzeption lag auf dem Einsatz von Dioramen, Haus- und Schiffsmodellen sowie zahlreichen Rauminstallationen und Inszenierungen zur Gestaltung von Natur- und Lebenswelt-Präsentationen mit besonders hohem Anschaulichkeitsgrad. Der große überregionale Erfolg als eines der modernsten Museen Europas führte zum Bau eines Erweiterungsflügels, der 1914 zum 250jährigen Stadtjubiläum Altonas eingeweiht wurde.

1939 eröffnete das Jenisch Haus, eine 1831 bis 1834 nach Entwürfen von Franz Gustav Forsmann und von Karl Friedrich Schinkel im klassizistischen Stil erbaute großbürgerliche Land-Villa des Hamburger Kaufmanns und Bausenators Martin Johan Jenisch d. J., als neue Außenstelle. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstörte eine Fliegerbombe das Altonaer Haupthaus zu rund 65%, die Sammlungen erfuhren dank Auslagerung jedoch nur geringe Verluste. In den 1950er und 1960er Jahren wurden Gebäudeteile im zeitgenössischen Architekturstil wiederhergestellt und ein zusätzlicher Verbindungstrakt errichtet. Die Sammel- und Ausstellungstätigkeit verlagerte sich ab den 1950er Jahren auf Kulturgeschichte und bildende Kunst, die vor- und frühgeschichtlichen Bestände wurden in den 1970er Jahren an das Helms-Museum in Harburg abgegeben. 1980 vernichtete ein Brand erneut große Teile des historischen Mitteltraktes des Museums und verursachte Verluste von Sammlungsgut.

1999 wurde das Altonaer Museum zur eigenständigen Stiftung (ö.R.). Zwischen 2002 und 2008 reformierte sich das Altonaer Museum inhaltlich und architektonisch beispielhaft weiter. Als erste Kinderabteilung in einem Hamburger Museum nahm 2006 der „Kinderolymp“ des Altonaer Museums seinen Betrieb auf und ist mit diesem innovativen Konzept eines der erfolgreichsten Beispiele, gelebter Kinderkultur in einem Museum. Seit Jahresbeginn 2008 gehört das Museum zur Stiftung Historische Museen Hamburg, und 2009 vollzieht sich die Umsetzung eines ersten Bausteins des vom Architekturbüro Störmer Murphy and Partners vorgelegten architektonischen Masterplans: der Eingangsbereich erhält ein neues Gesicht und wird seither als Veranstaltungsort mit goßzügigem repräsentativem Ambiente genutzt.

Eine 2010 vom Hamburger Senat beschlossene Schließung des Museums führte zu breiten nationalen und internationalen Protesten und wurde schließlich vom Folgesenat zurückgenommen. Im Jahr 2013 feierte das Altonaer Museum sein 150jähriges Bestehen.