Archiv der Bildpostkarten

Postkarte Rathaus Altona


Die Sammlung des Altonaer Museums

Mit einem Bestand von über 1,5 Mio. Bildpostkarten ist die Sammlung des Altonaer Museums eine der größten in Europa. Die Motive reichen von Stadt- und Landschaftsansichten aus Deutschland und dem Ausland bis hin zu kulturgeschichtlichen Sonderthemen wie Krieg (Feldpost), Schifffahrt, Verkehr, Kunst, Sport, Politik, Erotik, Werbung oder Glückwunschkarten. Die heutige Sammeltätigkeit richtet sich gemäß des Profils des Altonaer Museums schwerpunktmäßig auf Altona und Norddeutschland. Die ältesten Postkarten der Sammlung stammen aus dem Jahr 1875.

Zur Geschichte der Bildpostkarte

Nachdem 1869 in Österreich die ersten Postkarten verschickt worden waren, entschloss man sich in Deutschland trotz starker moralischer Bedenken, die Postkarte als neues Kommunikationsmittel einzuführen. Es war befürchtet worden, dass unbefugte Personen die offen versandten Postkarten lesen würden und von dem Inhalt Gebrauch machen könnten. Doch auch in Deutschland fand die Postkarte nach ihrer Einführung 1870 große Anerkennung und seit dem 1. Oktober desselben Jahres wurden in den restlichen Monaten des Jahres in den österreichischen Kronländern westlich der Leitha bereits “Correspondenzkarten” 2 930 000 Stück umgesetzt.

Die große Beliebtheit der Postkarten erklärt sich dadurch, dass für einen Text wenig Platz zur Verfügung stand und die Beschriftung somit kaum Zeit und Überlegung erforderte. Die vergleichsweise kurzen Mitteilungen, damals noch auf der Vorderseite, wurden durch die Entwicklung der Bildpostkarte weiter eingeschränkt, da Bild und Text die gleiche Postkartenseite teilten. Seit 1905 wurden die Mitteilungen auf der Rückseite der Postkarte verfasst.

Auch die künstlerische Vielfalt, die mit der Zeit rasch zunahm, förderte die Verbreitung der Postkarten. Der Gebrauch von Reliefprägung, Goldtiefdruck und Stoffen, wie z.B. Sand, Seide, Plüsch, Mineralstaub machte die Postkarte zum drucktechnischen Kunstwerk, auch wenn sich über die ästhetische Qualität oft streiten lässt. Die Bildpostkarten aus Deutschland waren bis zum Ersten Weltkrieg eine begehrte Exportware aufgrund ihrer hervorragenden Druckqualität (Chromolithographie).

Anprechpartnerin
Birgit Staack
Tel. 040 428 135 2157
E-Mail birgit.staack@altonaermuseum.de