Der Dufke-Laden
Auf den Laden Magdalene Dufkes wurde das Altonaer Museum 1978 durch den Journalisten und Fotografen Albrecht Schreiber aufmerksam gemacht. Im Dezember 1978/Januar 1979 konnte das Geschäft für das Museum gesichert werden, finanziert durch eine Zuwendung des Verlagshauses Gruner & Jahr. Im Museum nunmehr neu erstanden, ist der Laden außer der erhalten gebliebenen Kirche und dem Friedhof bald das einzige sichtbare Relikt einer seit dem hohen Mittelalter blühenden Dorfgemeinschaft, deren Schicksal wirtschaftlich mit Altona und Hamburg so eng verbunden war, dass sie deren wirtschaftlicher Expansion schließlich geopfert wurde.
Der „Dufke-Laden“ ist im Altonaer Museum über eine lange Zeit zum Synonym geworden für eine kaum zu bewältigenden erratischen Materialblock von über tausend Einzelteilen. Die vor mehr als einem Jahrzehnt gerade in Angriff genommene Neuaufstellung im Museum scheiterte 1980 zunächst am Museumsbrand.

Seit 1890 hatte der „gemischte Landhandel“, der seit 1972 von Magdalene Dufke geführt worden war, dem Dorf ein Kaufhaus im Kleinen geboten. Hier hatte es die Produkte der Stadt gegeben, „Kolonialwaren“ über die örtliche, eigene Produktion an Fleisch, Milch, Obst, Gemüse und Fisch hinaus und Gerätschaften, die ortsansässige Handwerker nicht selbst erzeugen konnten. Hier hatte das Dorf die Stadt in ihren waren getroffen, und hier hatten die Menschen des Dorfes ihre Neuigkeiten ausgetauscht.
Der vor dem Abbruch gerettete und im Museum aufgestellte „Dufke-Laden“ soll jetzt den Menschen der nachfolgenden Zeit eine ferne, selten gewordene Art des „kommunikativen“ Einkaufens verdeutlichen. Im Museum wurde jedoch aus grundsätzlichen Erwägungen nicht eine Rekonstruktion des Laden- und Warenbestandes im Entstehungsjahr 1890 unter Magdalene Dufkes Großvater Adolf Wülfken versucht, sondern die Nachstellung der Situation des Geschäftes 1978. Die alte Struktur des Bedienladens mit Theke und Portionierung aus Schubfächern hatte sich überlebt. Die Flut der modernen, abgepackten Markenartikel hatte den alten Laden buchstäblich unter sich begraben, dessen Ausstattung nach 88 Jahren Bestehens den verkauf und die Lagerhaltung der Magdalene Dufke mehr störte, als hilfreich unterstützte. Der Laden wurde in unmittelbarer Nachbarschaft der oberen Folge der originalen Bauernstuben aufgebaut. Hier erlaubt der gemischte Landhandel auch Fragen nach der Versorgungslage auf dem Lande in früheren Zeiten.
